Wir alle kennen das: Wir hören die ersten Töne einer vertrauten Melodie und fühlen uns sofort in die Vergangenheit zurückversetzt. Bei «Volare» kommt einem die erste Ferienliebe in den Sinn, bei Lady Gagas «Poker Face» die Taxifahrt ins Geburtshaus und Mozarts «Ave verum corpus» ist untrennbar mit der Beerdigung des Vaters verbunden. Für ihr Stück befragte Anna Papst die Mitglieder des Berner Chors Laltracosa nach prägenden Erlebnissen, die mit einer bestimmten Musik verbunden sind. Diese gesammelten Erinnerungen dokumentieren ganz nebenbei ein Stück Schweizer Geschichte. So erzählen die Chormitglieder von körperlicher Züchtigung in der Schule, dem Aufbruch der 68er-Jahre und von einer Zeit, in der Italien der Inbegriff von Freiheit und Lebenslust war. Einige von ihnen singen bereits seit den 80er-Jahren in diesem Chor. Dann wurden die wöchentlichen Proben aufgrund der Coronakrise ausgesetzt – zum ersten Mal seit vierzig Jahren.
Auf der Bühne werden Erinnerungen der Chormitglieder von zwei Schauspieler:innen und zwei Musikern zum Klingen gebracht. Ergänzt werden die Geschichten durch Interviews mit einer Musiktherapeutin und einer Neurologin. Wo sitzt in unserem Gehirn die Musik? Warum können Alzheimerpatient:innen noch sämtliche Strophen eines alten Schlagers auswendig, wissen aber nicht mehr, wie ihre Kinder heissen? Und woran wollen wir uns noch erinnern, wenn wir alles andere bereits vergessen haben? «Da Da Da» ist eine Suche nach der Musik, die bleibt.
