Der Teich

oder Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen

von Robert Walser

Eine Produktion von papst&co.

„i wet bald lieber niene meh si, als e so da si“

Fritz plagt eine schreckliche Ahnung: Seine Mutter liebt ihn nicht. Seit dieser skandalösen Entdeckung, findet er sich in seiner Welt nicht mehr zurecht. Alles was ihm vertraut war, erscheint ihm plötzlich fremd und unheimlich, er zieht sich immer mehr aus seiner Umgebung zurück. Einzig die Hoffnung, sich getäuscht zu haben, macht ihm Mut. Um zu überprüfen, ob seine Mutter ihn wirklich nicht liebt, fasst Fritz einen radikalen Plan: Er inszeniert seinen Selbstmord.

„Der Teich“ ist Robert Walsers einziges auf schweizerdeutsch verfasstes Stück. Bis nach seinem Tode unveröffentlicht, ist das Kurzdrama bis heute einer seiner weniger bekannten Texte. Zu Unrecht: Walsers beklemmende Figurenzeichnung und sein Feingefühl für die schweizerdeutsche Sprache machen den Text zu einem wahren Fundstück für das Theater.

In „Der Teich“ arbeitet die Regisseurin Anna Papst mit Theaterschaffenden aus den Bereichen Tanz, Schauspiel und Musik zusammen. Die Inszenierung spielt im Graubereich der Wahrnehmung, wo die Grenzen zwischen Manipulation und Passivität verschwimmen. Fritz, der zuerst als gewitzter Redner seine Situation vorträgt, gerät bald in den Sog seiner eigenen Handlungen. Fritz nimmt für sich den einzigen möglichen Weg: er wählt die Flucht in die Fiktion.

In der Presse

“Was jetzt in die Roten Fabrik kommt, ist eine konsequente, fadengerade Choreographie in karger Kulisse mit ganz wenig Fremdtext. Körper und Kopf tanzen ein Pas de deux; das Seelentheater sucht seinen Ausdruck in gekrümmten Körpern, gestischen Refrains und reflexiven Einschüben.”
Alexandra Kedves, Tages-Anzeiger 4.12.2012

“Das junge Produktionsteam um die Regisseurin Anna Papst inszeniert Robert Walsers schweizerdeutsches Dramolett “Der Teich oder Die Unheimlichkeit des Gewöhnlichen” aus der sich zunehmend verzerrenden Sicht von Fritz. Ausgedrückt wird seine Entfremdung durch rhythmisierte Sprache, punktuelle Lichtquellen und atmosphärische Musik. Besonders beklemmend sind die Szenen, in denen die Figuren der Ausweglosigkeit der Situation nicht durch Worte, sondern durch repetitive und reduzierte Bewegung Ausdruck verleihen.”
Franziska Monnerat, Aargauer Zeitung 19.Oktober 2012 (zum Download)

“Die Inszenierung spielt gekonnt und modern mit Walsers Text von 1902.”
Susanne Holz, Neue Zuger Zeitung, 22.März 2013

“Wie viel Luft ein Ballon doch braucht, bis er zu zerplatzen droht. Fritz (Jonas Gygax) blickt uns in die Augen, holt Luft und bläst, bis sein schmales Walser-Gesicht hinter dem weissen Plastic verschwindet. (…) Auf der Folie eines Hellraumprojektors notiert Fritz kommentierende oder analysierende Stichworte zu seinem Seelenzustand, die auf der weissen Fläche des Ballons erscheinen – ein raffinierter Einfall der Jungregisseurin Anna Papst.”
Katja Baigger, NZZ, 7.12.2012

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