Alles fängt an mit einer Bananenschachtel auf der „Daniel“ steht an. Die Schachtel enthält unter anderem mehrere Plastikdinosaurier, einen Feldstecher, eine Abenteuerweste, ein aus Styroporkugeln gebautes Planetensystem. Gegenstände, mit denen Daniel sich als Kind die Welt in sein Zimmer geholt, sie erforscht und angerichtet hat. Mit seiner Saurierarmee hatte er die Ereignisse der „Tagesschau“ nachgespielt. Er war festentschlossen, ein massstabgetreues Modell des Weltalls zu bauen, musste aber nachdem die Erde fertig war feststellen, dass das Kinderzimmer für den Rest des Universums zu klein war. Ausgehend vom Familienalbum hatte er sich die Evolution vorgestellt und sich gefragt, wie es war, als wir Fische waren.

Die Welt von damals passt inzwischen in eine Bananenschachtel. Für die Schachtel selbst ist weder in Daniels Elternhaus noch in seiner neuen WG Platz. Die alten Sachen nerven. Trotzdem kann Daniel sich nicht so einfach von den Gegenständen trennen, die in der Schachtel versammelt sind. Es bedarf eines Abschiedsrituals.

Daniel Korber bewältigt den Theaterabend «Ballast abwerfen» (Regie: Anna Papst) als grosses Solo. Von viel Ironie durchwirkt, thematisiert das Stück Grosses, ausgehend von einem persönlichen Ich, das sich fragt, wo es steht: dazwischen, im Aufbruch begriffen, sich loslösend, nach seinem Platz in der Gegenwart suchend. Es wird gefragt, wie es mit der Menschheit steht, wie die Welt wurde und war und wo sie sich in der Unendlichkeit des Weltenalls befindet. Das tönt nach Schwere, wird auf der Südpol-Bühne aber mit einer spielerischen Leichtigkeit gegeben, amüsant, überraschend und abwechslungsreich.                   Urs Hangartner, Neue Luzerner Zeitung 26.09.2014

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